Die Archäologie der eigenen Daten

Ein Raspberry Pi Projekt-Setup auf einem weißen Tisch mit Smartphone und Skizzenblock für GPS-Datenlogging.

Es hat angefangen. Seit ein paar Tagen läuft auf meinem neuen Raspberry Pi ein kleines Skript, das auf eingehende Signale von meinem Handy wartet. Ich nenne das Ganze Marvin. Warum? Weil ich den Namen einfach mag. Er klingt nach jemandem, der geduldig in der Ecke sitzt und mitschreibt.

Die nackten Zahlen

In dieser ersten Phase geht es mir um gar nichts Konkretes. Ich will keine Vorhersagen, keine schicken Interfaces und keine „smarten“ Sprüche. Ich will einfach nur wissen: Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?

Mein Setup ist ziemlich simpel (und ehrlich gesagt auch noch ein bisschen instabil):

  • Android Handy mit Tasker: Jedes Mal, wenn ich mich mehr als 500 Meter bewege oder in ein WLAN einbuche, schickt Tasker einen HTTP-Request an meinen Pi zu Hause.
  • Der Pi am Router: Ein kleines Python-Skript nimmt die Daten entgegen und schreibt sie in eine SQLite-Datenbank.

Koordinaten statt Kontext

Ich logge aktuell nur drei Dinge: Längengrad, Breitengrad und einen Zeitstempel.

Ich verzichte bewusst darauf, die Orte zu benennen. Ich will nicht wissen, dass ich im „Büro“ oder im „Supermarkt“ bin. Ich will sehen, wie diese Punkte auf einer Karte aussehen, wenn man sie Wochen lang sammelt. Entstehen Cluster? Gibt es Linien, die ich jeden Tag exakt gleich abfahre?

Die erste Erkenntnis

Obwohl ich erst seit kurzem logge, sehe ich schon jetzt: Mein Leben ist extrem repetitiv. Die Punkte häufen sich an zwei, drei Stellen massiv an. Dazwischen liegen dünne, fast identische Linien.

Es ist ein seltsames Gefühl, das eigene Leben als abstrakte Punktewolke zu sehen. Es fühlt sich ein bisschen wie digitale Archäologie an – ich grabe nach Mustern in meinem eigenen Alltag.

Was kommt als Nächstes? Ich werde das jetzt erst mal einen Monat lang laufen lassen. Mal sehen, ob Marvin mich nach 30 Tagen besser kennt als ich mich selbst.

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