Design Thinking, der Prozess

Design Thinking ist mehr ein Mindset als alles andere. Oft scheiteret es nicht an dem Wissen über den Prozess, sonder an der Einstellung der Teilnehmer. Jedoch ist der Prozess einfacher zu erklären, für das Mindset gibt es dafür tolle Tools und Übungen. Zu denen kommen wir aber ein anderes mal! Jetzt schauen wir uns erstmal den allgemeinen Prozess an, oder eher das Framework. (Prozess klingt so starr). Ich versuche mich in dieser Vorstellung so kurz wie möglich zu halten. Es gibt viele Tools und Framworks im Design Thinking, die ich hier nich mal erwähne. Aber ich hoffe ich kann dir zeigen, wie spannend, aber unter Umständen auch langwierig der Weg zum Ziel sein kann.

Dein Team
Natürlich kannst Du den Design Thinkin Prozess auch alleine durchlaufen. Aber dabei werden dir viele Blinkwinkel verloren gehen! Du bist sicher ein Experte, aber keiner weiss und sieht alles: DU BRAUCHST HILFE!
Es müssen nicht die Fachexperten sein, aber sie sollten aus unterschiedlichen Bereichen kommen die mit deiner Fokusfrage zu tun haben. Potentielle Kunden tun es auch. ABER FINGER WEG VON FREUNDEN! Es is lieb das sie helfen wollen, aber weil sie dir helfen wollen, sind sie genau die Falschen. Der Fokus deiner Freunde wird immer mehr auf dich als auf die Fokus-Frage gerichtet sein.

Das Problem / Die Fokus-Frage / Ziel-Zeit
Am Anfagn steht das Problem. Ein GROSSES Problem! Steck ein hohes Ziel! Eines das, wie der Weihnachtsstern, den Weg leuchtet, zum Greiffen nahe ist, aber anscheined in unerreichbarer Weite!

Wenn ihr ein Handy Hersteller seit könnte das zum Beispiel sein: „Wie kann ich HEUTE das Telefon des Jahres 2050 machen? Projekt-Name: Handy2050“.
Die Fokusfrage gehört in grosser, wirklich GROSSER Schrifft über deine Wand. (Ja du wirst Wände für das Design Thinkin Projekt brauchen, also räum vorher alle Schranke aus deinem Büro und stell sie auf den Flur. Beachte hierbei aber die Brandtschutzregeln. So zeigst du auch gleich allen Skeptikern, und davon wird es einige während deiner ersten Design Thinking Projekte geben, dass du es wirklich ernst meinst!)

Research! Das A und O der Vorbereitung!
Fangen wir mit eurem aktuellen Handy an. Nimm es auseinander!
Welche Gains hat es? Warum hat es die Gains? Welche Pains hat es? Warum hat es die Pains?


Personas: Wer benutzt das Handy? Warum dieses Handy und keines der Konkurenz? Wer benutzt dein Handy nicht? Warum nicht?
Konkurenten: Was gibt es noch auf dem Markt? Warum? Wer benutzt das (Uh, noch mehr Personas!) und wer benutzt es nicht? (NOCH MEHR PERSONAS!)


Trends: Welche Handy Trends gibt es? Wie werden diese sich entwickeln? Sind die bereits ausgereift? Wie werden die Trends vielleicht aussehen, wenn sie mal ausgereift sind? Wer kann dir mehr dazu sagen?
Einflüsse: Was kann die Entwicklung vom Handy2050 beeinflussen? Negative Einflüsse? Positive Einflüsse? Welche Auswirkungen haben diese Einflüsse auf die Trends? (Ja wir doppel-checken, was wir bereits gemacht haben!)


Szenarios: Du hast einen Überblick über die Trends bekommen, jetzt bring sie in Kontext! Deine Ziel-Zeit (das Jahr 2050): Wie sieht die Welt vielleicht aus, wenn sich der eine oder andere Trend voll entwickelt hat? Halte auf diese Welt deine Lupe und schau dir einen Tag im Leben einer deiner Personas an, wie haben diese sich in dem Szenario verändert (Noch mehr Personas! Wird deine Wand langsam zu klein?). Erstelle die interessantesten Szenarien, die zu deiner Fokus-Frage passen, kleb sie an die Wand! Welche Anforderungen hat deine Persona nun an das „Handy2050“? Was brauch die Persona von dem Handy? Was darf das Handy auf keine Fall machen? (Gain- und Pain-Points).

Schon in der Research-Phase werden viele Gain- und Pain-Points zum Vorschein kommen! Das sind deine Pokemon, SAMMLE SIE ALLE! Ein Pain-Point oder Gain-Point pro Post-It: Kleb Sie an die Wand! (Nicht die Pokemon!)

Schau dir nun alle Pain-Points an. Entfehrne Dupletten. Fass sie zusammen. Gruppiere sie nach Themen-Bereichen und werde dir darüber klar: Jeder Pain-Point muss gelöst werden!
Was das bedeutet: Jeder Pain-Point, auf den es noch keine Antwort gibt, ist mindestens ein Design Sprint. Wenn es schlimm kommt, sogar ein ganzes Design Thinkin Projekt! (Hast du noch so viel Platz an der Wand, oder wird ein neues Büro fällig?)


PS: Die Findings im Research kommen auch deiner Presentation zugute. Alles was Du hier findest, kannst Du schnell und einfach bei Presentationen verwenden. Eine Costumer Journey von einer deiner Personas in einem deiner Szenarien: Mit der Vorbereitung wird das einfach! Und jetzt wo du kaum noch Möbel in deinem Büro hast, kannst Du deinen Chef oder Kunden einfach an der Wand presentieren, was der aktuelle Stand ist!

Löse die Pain-Points!

Es beginnt die „ewige“ itteration: Nimm dir einen (oder mehrere) Pain-Points und starte ein Design-Sprint! Wenn Du, oder der Entscheider, sich nicht entscheiden können, wäre es ein guter Moment, um mit einem kleinen Team einen Tag voller Lightning Desicion Jams zu starten! Mit vielen Köpfen aus unterschiedlichen Bereichen, werden hier sicher schon ein paar Pain-Points gelöst. Teste alles gegen dein Research-Material. Sammle Pain-Points. Sammle Gain-Points!

Dem Ziel so nahe!

Ich kann dir leider nicht sagen, wie viele Pain-Points gelöst werden müssen, bis Du das Handy2050 fertig hast. Aber auf dem Weg durch die Pain-Points wird sich das Handy2050 immer echter und greifbarer anfühlen. Vielleicht entdeckst du auf dem Weg auch den Fernseher2050 (als du eigentlich gerade den Display-Pain-Point lösen wolltest). Aber mit jedem Schritt durch den Wald wird die Vision deines Produktes klarer. Mit allen Gains und Pains. Die Anforderungen an die Entwicklung werden definiert. Die Ziele für die weitere Forschung werden aufgezeigt und etliche Prototypen einzelner Komponenten stehen bereits zur Verfügung!
Zwischen dir und dem Handy2050 steht jetzt nur noch deine Gedult, die deines Chefes und die Finanzierung.

Crack it Open!
Falls dir die Vorstellung fehlt (und nein, es hat wirklich nur mit der Vorstellung zu tun), zerlege das Handy2050 in seine Einzelteile und setzte diese Komponenten als Fokusfrage!
„Wie sieht das Display2050 aus?“
„Wie sieht Android2050 aus?“
„Wie sieht das Keyboard2050 aus?“
„Wie funktioniert WIFI2050?“

Auf dem gesamten Weg ist es aber auch Wichtig daran zu denken: Es ist eine Fokus-Frage… das Ziel kann ein anderes sein!

Viel Erfolg

Ray-Allen Taylor
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Ray-Allen Taylor

Musicalactor – Vocal Coach – Design Thinker

 

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